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Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft & Geologie

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Dr. Kerstin Jäkel
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Markus Theiß
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Sorgumhirsen

Sorghumhirsen

Sorghumhirsen stammen aus Äquatorialafrika. Sie sind durch ein hohes Biomasse­bildungspotential, eine hohe Trockentoleranz sowie ein hohes Wasser- und Nähr­stoff­­­aneignungs­vermögen gekennzeichnet. Aufgrund dieser Eigenschaften sind die Sorghumhirsen als Energiepflanze zu prüfen. Durch ihre geringen Boden­ansprüche eignet sich diese Ackerkultur für den Anbau auf Standorten mit leichten Böden. Das machte sie für den Anbau auf D-Standorten attraktiv. Die Nachteile dieser Kultur liegen in ihrer hohen Frost­empfindlichkeit. Bedingt durch ihre hohe Wuchshöhe (<= 4 m) besteht bei einigen Sorten ein erhöhtes Lager­risiko. Seit dem Jahr 2005 werden an mehreren Standorten mit unter­schiedlichen bodenklimatischen Verhältnissen Sortenversuche mit Sorghumhirsen durch­­­­­geführt. In diesen Sortenversuchen dient der Mais, welcher zurzeit am häufigsten in Biogas­anlagen zum Einsatz kommt, als Referenz. Aus den breit angelegten Unter­such­ungen sollen Empfehlungen u. a. zur Sortenwahl abgeleitet werden. Tabelle 1 zeigt eine Übersicht über die erzielten TM-Erträge und TS-Gehalte der geprüften Sorghum bicolor x Sorghum sudanense- und Sorghum bicolor-Sorten im Mittel der Jahre.

Alle Fruchtarten reagierten auf die Besserung der Bodengüte mit einer Ertragsteigerung (Sortenmittel). Die durchschnittlich geringsten Erträge wurden im Wesentlichen auf den trockenen sandigen D- Standorten und auf den K-Standorten erzielt. Mit durch­schnittlichen Erträgen in Höhe von 204 dt TM/ha (Mais), 131 dt TM/ha (Sorghum bicolor x Sorghum sudanense) und 153 dt TM/ha (Sorghum bicolor) erreichten die geprüften Fruchtarten auf den Lö-Standorten gute bis sehr gute Ertragsergebnisse.

Innerhalb des Sorghum bicolor x Sorghum sudanense Sortenspektrums hat sich nur die Sorte Lussi als zuverlässigste Sorte auf allen Standorttypen im Hinblick auf Ertragsleistung und TS-Gehalt etabliert. Die Sorten Jumbo, Nutri Honey und KWS Inka rangieren ebenfalls auf den vorderen Plätzen im Hinblick auf den TM-Ertrag. Die TS-Gehalte dieser Sorten sind nicht zufriedenstellend. Die Sorte True überzeugte weniger mit dem Ertrag sondern mit einem sehr guten TS-Gehalt auf alle Standorttypen.   

Bei Sorghum bicolor gehen die Sorten Sugargraze, Goliath, Sucrosorgo 506, KWS Zerberus und Herkules als ertragsstärkste Sorten hervor. Diese leistungsstarken Sorten können auch  mit dem Mais  in Konkurrenz treten, jedoch nur auf den D-Süd-Standorten. Den für die Silierung optimalen TS-Gehalt von 28 – 35 % wiesen nur die Sorten KWS Zerberus und KWS Maja (D-Süd) vor.

Im Vergleich zum Mais können nach jetzigem Kenntnisstand nur die Sorten Sugar­graze, Goliath, Sucrosorgo 506, KWS Zerberus und Herkules konkurrieren. Die Sorten erreichten vorrangig auf den D-Süd Standorten TM-Erträge die mit dem Mais vergleichbar sind bzw. über dem Maise­rtragsniveau liegen. (Autorinnen: Kerstin Jäkel, Daniela Zander, 2011)

Tabelle 1: Trockenmasseerträge und Trockensubstanzgehalte der Versuchsjahre 2005 – 2009

Tabelle 1: Trockenmasseerträge und Trockensubstanzgehalte der Versuchsjahre 2005 – 2009

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